Es war kein leichtes aber ein spannendes und lehrreiches Jahr 2020. Für uns war es sogar ein richtig gutes Jahr. Wir haben viel Zuspruch, konstruktive Kritik und sogar einen Preis erhalten.
Dafür bedanken wir uns herzlich bei euch.
Wir freuen uns auf ein tolles Jahr 2021 und wünschen euch viel Glück, Gesundheit und alles Gute!
Unser Kürbiskernöl könnt ihr jetzt übrigens auch in unserem Onlineshop bestellen.
Sigmundsherberg, Oktober 2020. Turbulente Wochen liegen hinter uns. Lange Tage und so manch schlaflose Nacht. Aber von Anfang an.
Wer wissen will, ob der Ölkürbis bereit ist für die Ernte, muss ihm wohl oder übel ans Innerste. Während die äußere Farbe je nach Sorte unterschiedlich ist, sagen uns letztlich die Kerne, wann die Zeit (oder eben der Kern) reif ist.
Es folgt das Kürbisschieben und Beikrauthäckseln. Weil 1. ist das für jeden Ordnungsfanatiker ein wahrer Augenschmaus und 2. tut sich die Kürbiserntemaschine leichter beim Ernten und der Traktor fährt dabei nicht die halbe Ernte zu Brei.
Mit dem Igel – einer stacheligen Walze – fährt die Erntemaschine dann über die Reihen, spießt die Kürbisse auf und trennt die Kerne von der Frucht.
Die Kürbiserntemaschine und ihr Igel
Die glitschigen Kerne werden erstmal gewaschen und müssen dann anständig getrocknet werden. Eine Ladung Kerne kann dafür schon mal gute 20 Stunden auf der Trocknunganlage brauchen. Damit dabei die Kerne nicht kaputt (oder andere Dinge in Flammen auf-) gehen, kommt man ohne Nachtschicht nicht aus.
Nachtschicht an der Trocknungsanlage
Die gereinigten und getrockneten Kürbiskerne werden schließlich abgepackt.
Der erste Teil unseres 2020er Jahrgangs ist mittlerweile übrigens beim Pressen.
Gut zwei Monate sind seit dem Anbau vergangen. Die Kürbis-Pflänzchen sind durchwegs gut aufgegangen, haben die gefürchteten Eisheiligen problemlos überstanden und füllen unsere Felder mittlerweile schön grün aus.
Auch wir haben den Pflanzen zum Wachsen verholfen, indem wir das lästige Beikraut zwischen und in den Reihen entfernt haben.
Und siehe da, seit Kurzem lassen sich die ersten Blüten sehen..
..und auch die ersten jungen Kürbisse. Was für eine Freude!
Im Mai mussten wir ein Raps-Feld umbrechen, weil dieser Kultur die Trockenheit und die häufigen Frostnächte im April zu sehr zugesetzt haben.
Wir haben uns dazu entschieden, Kürbisse anzubauen. Relativ spät, aber noch im Rahmen. Mittlerweile stehen auch diese jungen Kürbipsflanzen schon ganz gut im Saft und es war an der Zeit, auch hier dem Beikraut an den Kragen zu gehen.
Dann, Schockschwerenot! Mariendisteln. In Hülle und Fülle. Schön, schön stachelig und das, was du auf deinem Kürbisfeld nicht haben willst.
Als ob das nicht schon gereicht hätte. Schockschwerenot, die Zweite! Der umgebrochene Raps hat dicke, holzige Stiele hinterlassen und die Technik eines modernen Hackgeräts nach wenigen Metern in die Knie gezwungen. Noch gestern Abend wurde schwermütig das Werkzeug ausgepackt und alle Pläne für die kommenden Wochen mussten dem händischen Beikrauthacken weichen.
Heute Vormittag haben wir einen letzten verzweifelten Versuch gestartet und konnten ein altes, nicht so modernes Hackgerät auftreiben. Und es hat funktioniert!
Der Ölkürbis ist ein heikler Geselle beim Anbau. Er braucht seinen Freiraum, der Samen soll nicht zu tief unter der Bodenkrume liegen und wenn er mal liegt, hätte er es zum Keimen gern ein wenig feucht und nicht zu kalt. (Außerdem hoffen wir, dass sich nicht allzu viele Wildschweine an den Samen gütlich tun.)
Für gut gedeihenden Ölkürbis wurden die Samen heute in der Einzelkornsaat ausgebracht.
Man bringe den Schaumwein, es gibt etwas zu feiern.
Unser Kürbiskernöl wurde im Rahmen der Öl-Kaiser Prämierung ausgezeichnet. Und zwar mit Gold.
Wir haben uns heute die Goldmedaille bei der Ab Hof Messe in Wieselburg abgeholt und sind sehr stolz darauf, dass unser erstes Kürbiskernöl auch die Expertenjury überzeugen konnte.
Magst du Kuchen, Kernöl, Kürbis und vielleicht auch noch Schokolade? Dann ist das Rezept genau das richtige für dich. Wir haben es jedenfalls schon zweimal ausprobiert und das Resultat schmeckt einfach fantastisch.
Du brauchst dafür:
150 g Kürbis (z.B. Butternuss, Hokkaido oder Blue Banana) 120 ml Öl (je zur Hälfte Kürbiskernöl und Rapsöl) 250 g dunkle Kuvertüre 4 Eier 90 g Rohrohrzucker 1 P. Vanillezucker 200g Weizenmehl 1 TL Backpulver 100g Mandeln, fein gerieben Etwas Butter für die Backform
So wird´s gemacht:
Zuerst schälst du den Kürbis (bei Hokkaido nicht nötig), befreist ihn von den Kernen und schneidest ihn in kleine Würfel.
Die Kürbiswürfel schwitzt du dann in ca 1 EL Rapsöl an und gießt sie danach mit ca 50 ml Wasser auf, um sie darin weich zu dämpfen. Anschließend pürierst du sie.
Die Schokolade schmelzt du über einem Wasserbad.
Die Eier, den Rohrohrzucker und den Vanillezucker schlägst du schaumig, danach rührst du langsam das restliche Öl, den Kürbisbrei die geschmolzene Schokolade und die Hälfte des Mehls ein.
Die andere Hälfte des Mehls versiebst du mit dem Backpulver und hebst es gemeinsam mit den Mandeln unter den Teig.
Die Masse verteilst du in eine mit Butter befettete Backform und bäckst sie im vorgeheizten Backofen bei 170 ° Heißluft ca 35 Minuten.
Den Kuchen lässt du zu guter Letzt etwas auskühlen und schneidest ihn anschließend in Stücke.
Bei uns hat die Eissaison bereits begonnen. Wir finden aber, dass Eis eh immer geht. Bei Frühling im Winter sowieso!
Das wohl einfachste und vielleicht beste Rezept:
Kernöl auf die gewünschte Menge Vanilleeis träufeln und je nach Belieben mit (gehackten) Kürbiskernen bestreuen. Fertig! Und sehr, sehr lecker! Ohne Kernöl wär´s nur halb so gut.