Der 1. Mai stand bei uns ganz im Zeichen des Ölkürbisanbaus. Nun darf es ruhig regnen und warm werden bzw. bleiben, damit einem erfolgreichen Aufgang der Saat nichts entgegensteht. Wir sind gespannt, was die nächsten Wochen bringen und halten euch auf dem Laufenden..
Sigmundsherberg, Oktober 2020. Turbulente Wochen liegen hinter uns. Lange Tage und so manch schlaflose Nacht. Aber von Anfang an.
Wer wissen will, ob der Ölkürbis bereit ist für die Ernte, muss ihm wohl oder übel ans Innerste. Während die äußere Farbe je nach Sorte unterschiedlich ist, sagen uns letztlich die Kerne, wann die Zeit (oder eben der Kern) reif ist.
Es folgt das Kürbisschieben und Beikrauthäckseln. Weil 1. ist das für jeden Ordnungsfanatiker ein wahrer Augenschmaus und 2. tut sich die Kürbiserntemaschine leichter beim Ernten und der Traktor fährt dabei nicht die halbe Ernte zu Brei.
Mit dem Igel – einer stacheligen Walze – fährt die Erntemaschine dann über die Reihen, spießt die Kürbisse auf und trennt die Kerne von der Frucht.
Die Kürbiserntemaschine und ihr Igel
Die glitschigen Kerne werden erstmal gewaschen und müssen dann anständig getrocknet werden. Eine Ladung Kerne kann dafür schon mal gute 20 Stunden auf der Trocknunganlage brauchen. Damit dabei die Kerne nicht kaputt (oder andere Dinge in Flammen auf-) gehen, kommt man ohne Nachtschicht nicht aus.
Nachtschicht an der Trocknungsanlage
Die gereinigten und getrockneten Kürbiskerne werden schließlich abgepackt.
Der erste Teil unseres 2020er Jahrgangs ist mittlerweile übrigens beim Pressen.
Im Mai mussten wir ein Raps-Feld umbrechen, weil dieser Kultur die Trockenheit und die häufigen Frostnächte im April zu sehr zugesetzt haben.
Wir haben uns dazu entschieden, Kürbisse anzubauen. Relativ spät, aber noch im Rahmen. Mittlerweile stehen auch diese jungen Kürbipsflanzen schon ganz gut im Saft und es war an der Zeit, auch hier dem Beikraut an den Kragen zu gehen.
Dann, Schockschwerenot! Mariendisteln. In Hülle und Fülle. Schön, schön stachelig und das, was du auf deinem Kürbisfeld nicht haben willst.
Als ob das nicht schon gereicht hätte. Schockschwerenot, die Zweite! Der umgebrochene Raps hat dicke, holzige Stiele hinterlassen und die Technik eines modernen Hackgeräts nach wenigen Metern in die Knie gezwungen. Noch gestern Abend wurde schwermütig das Werkzeug ausgepackt und alle Pläne für die kommenden Wochen mussten dem händischen Beikrauthacken weichen.
Heute Vormittag haben wir einen letzten verzweifelten Versuch gestartet und konnten ein altes, nicht so modernes Hackgerät auftreiben. Und es hat funktioniert!
Wie schon im Vorjahr vertrauen wir auch 2020 wieder der Sonne.
Die Sonne ist ein steirischer Ölkürbis mit großen und hellen Kernen. Manch steirische Ölmühle hatte deshalb Bedenken um eine zu helle Färbung ihres Kürbiskernöls.
Die aktuelle Pressung von petra´s Kürbiskernöl besteht zu 100% aus Sonne und verfügt über ein sattes, tiefes Grün.
Und heute haben wir auch für dieses Jahr viel Sonne bestellt. Im wahrsten Sinne des Wortes.